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Kleine Wunden richtig behandeln – so hilfst du deinem Kind
Blog: Wunden
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Kleine Wunden richtig behandeln – so hilfst du deinem Kind

Kinder sind unermüdliche kleine Forscher. Zuerst krabbelnd, dann gehend, laufend und kletternd erkunden sie ihre Welt.

Ihr Tatendrang und ihr Durchhaltevermögen sind beneidenswert. Fallen sie, stehen sie wieder auf. Gelingt ihnen etwas nicht auf Anhieb, probieren sie es gleich noch einmal. 

Daran sollten wir Erwachsene uns ein Beispiel nehmen, nicht wahr?

Wer viel versucht und Neues ausprobiert, läuft leider auch Gefahr, hart zu landen. So passiert es vor allem Kleinkindern häufig, dass sie sich auf ihren Erkundungstouren kleine Wunden zuziehen.

Die häufigsten kleinen Wunden

Mechanische, also durch äußere Einwirkung verursachte Verletzungen treten besonders häufig auf. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schnittverletzungen
  • Stichwunden
  • Schürfwunden
  • Platzwunden
  • Kratzer
  • Quetschungen

Wie kann ich mich darauf vorbereiten?

Je nachdem, wie schwerwiegend die Verletzung ist, fällt die Reaktion der beteiligten Personen aus. Auch wenn wir uns noch so bemühen, Ruhe zu bewahren: Vor allem, wenn Blut im Spiel ist, können sich manche Eltern nur schwer auf das Wesentliche besinnen. Aus diesem Grund macht es Sinn, sich schon mit dem Thema „Erste Hilfe bei Verletzungen“ vertraut zu machen, lange bevor der Ernstfall eintritt.

Es empfiehlt sich, bereits in der Zeit der Schwangerschaft einen Kurs für Erste Hilfe für Säuglinge und Kinder zu besuchen. Da diese teilweise eine andere Art der Erstversorgung benötigen, gibt es hierfür spezielle Kursangebote.

Grundsätzlich gilt jedoch für den Ernstfall …

Für Sicherheit sorgen – präventiv

Dass es in der Verantwortung der Erwachsenen liegt, für eine kindgerechte, sichere Umgebung zu sorgen, versteht sich von selbst. Entscheidet ihr euch dafür, ein kleines Menschlein bei euch einziehen zu lassen, solltet ihr unbedingt euer Zuhause genau untersuchen: Spitze Gegenstände und scharfe Kanten vertragen sich einfach nicht mit noch grobmotorischen, tapsigen Händen und Füßen. Da wir jedoch trotz Nachwuchs unsere Einrichtung nicht in Luftpolsterfolie einwickeln werden, macht es Sinn, rechtzeitig einen Erste-Hilfe-Koffer zu besorgen und sich das dafür notwendige Wissen anzueignen.

 

Für Sicherheit sorgen – im Ernstfall

Blutet die Nase bereits oder ist das Knie schon aufgeschürft, ist schnelles Reagieren erforderlich. Im ersten Schritt solltest du dein Kind in Sicherheit wissen. Das bedeutet, du musst so schnell wie möglich weitere Verletzungsgefahrenquellen eliminieren. Bring dein Kind in Sicherheit, indem du es vom Unfallort wegträgst, oder entferne alle Gegenstände, die ein Gefahrenpotenzial in sich bergen.

 

Psychologisch erstversorgen

Jetzt ist es wichtig, dass ihr beide zur Ruhe kommt. Leichter gesagt als getan, ich weiß!
Vermeide es, beim ersten Schrei in Panik auf dein Kind zuzustürzen. Wenn es die Situation zulässt, lass dein Kind auf dich zukommen. Kinder lernen erst nach und nach durch Erfahrung, die Intensität des Schmerzes einzuordnen. Gib deinem Kind Zeit, die Situation zu begreifen und adäquat darauf zu reagieren. Kinder orientieren sich in der Regel an der Mimik ihrer Bezugsperson. Entsprechend dieser passen sie dann ihr Schmerzempfinden situativ an.


Versuche, für eine entspannte Umgebung zu sorgen. Atme selbst so ruhig wie möglich, um deinem Kind ein Vorbild zu sein. Besinne dich darauf, was du für den Ernstfall vorbereitet hast. Sprich langsam und bedacht mit deinem Kind. Tröste es und höre ihm aufmerksam zu, wenn es dir erzählt, wie es zu dem Unfall gekommen ist.


Oftmals weinen Kinder intensiv, weil sie besonders heftig erschrocken sind. Ist der erste Schock verdaut, kannst du versuchen, die Aufmerksamkeit deines Kindes umzulenken. Dies ist eine gute Methode, um herauszufinden, wie schmerzhaft die Verletzung tatsächlich ist. Lässt sich dein Kind auf dein Angebot ein und beruhigt sich dabei sichtlich, kannst du in Ruhe und ganz nebenbei herausfinden, ob die Situation überhaupt weitere medizinische Erstversorgung erfordert.

 

Medizinisch erstversorgen

  • Erfordert die Situation weitere medizinische Schritte, finde gemeinsam mit deinem Kind eine Position, die für es angenehm ist. Dies kann den Schmerz bereits etwas lindern.
  • Bleib nach Möglichkeit in der Nähe deines Kindes und bitte jemand anderen, einen Erste-Hilfe-Kasten zu holen, um die Verletzung zu versorgen.
  • Kleine Schürf- oder Schnittwunden kannst du durchaus selbst versorgen. Reinige die Wunde mit klarem Wasser und verbinde sie keimfrei.
  • Bei stark blutenden Wunden muss jedoch zusätzlich Druck auf die Wunde ausgeübt werden, um die Blutung zu stoppen. Ein Druckverband mit keimfreier Wundauflage und Mullbinden oder einem zusammengefalteten Dreieckstuch eignet sich besonders gut hierfür. Zusätzlich sollte der betroffene Körperteil hoch gelagert werden, um den Blutfluss zu verringern.
  • Achte darauf, dass der Körper deines Kindes nicht auskühlt. Der Schreck kann dazu führen, dass es zittert. Decke es in diesem Fall mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück zu.
  • Sorge für ausreichend Frischluft.

 

Weitere Schritte andenken und einleiten

Wenn dein Kind erstversorgt ist und noch immer Fragen für dich offengeblieben sind, du unsicher bist, ob es ihm wirklich wieder gut geht, oder es weiter über starke Schmerzen klagt bzw. die Wunde nicht aufhört zu bluten, ruf die Rettung oder konsultiere einen Arzt.

Sorge für dich selbst

Das eigene Kind leiden zu sehen und dabei selbst stark zu bleiben ist wirklich schwer. Achte darauf, dass es dir selbst gut geht. Nur wenn du emotional stabil bist, kannst du deinem Kind eine Stütze sein. Dies gilt selbstverständlich die ganze Zeit über. Spätestens jedoch, wenn du dein Kind in Sicherheit und gut versorgt weißt, solltest du kurz innehalten, um zu spüren, was du brauchst, um weiterhin für dein Kind da sein zu können.


Wenn dein Flugzeug in Not gerät, solltest du immer dir selbst zuerst die Sauerstoffmaske anlegen, um danach anderen helfen zu können. Vielleicht hilft dir dieser Gedanke, um im Ernstfall nicht auf dich selbst zu vergessen.

 

Wir wünschen deinem Kind und dir, dass der Ernstfall niemals eintritt!